Aktuelles zum Thema Demenz

10.04.2026

Positionspapier veröffentlicht: "Demenz - (k)ein Thema für Bremen?"

Abbildung der ersten Seite des Positionspapiers mit dem Logo des forums und der Aufschrift "Arbeitskreis Frauen und Pflege des bremer forum frauengesundheit"

Der Arbeitskreis „Frauen und Pflege“ des bremer forum frauen*gesundheit unter Leitung der Zentralstelle der Landesfrauenbeauftragten (ZGF) veröffentlichte am 10. April 2026 das Positionspapier „Demenz – (k)ein Thema für Bremen?". Mitautorinnen sind die Demenz Informations- und Koordinationsstelle e.V. (DIKS) und die Arbeitnehmerkammer Bremen.

Das Papier bewertet die Pflegeversorgung von Menschen mit Demenz im Land Bremen und zeigt auf, warum und wo es zu Versorgungslücken kommt und welchen Hürden Angehörige begegnen. So besteht beispielsweise ein Personal- und Kapazitätsmangel in der ambulanten und stationären Pflege. Es fehlen aber auch eine Vernetzung sowie sektorübergreifende Angebote. Das Positionspapier benennt deshalb als ein zentrales Handlungsfeld einheitliche und flächendeckende Anlauf- und Beratungsstellen in den Quartieren. So sollen bestehende Angebote unter einem Dach gebündelt werden. Außerdem sollten eine einheitliche und übersichtliche digitale Suchplattform als Wegweiser geschaffen werden. Derzeit gibt es zwar digitale Angebote, diese sind jedoch wenig bekannt, uneinheitlich und oft nicht aktuell.

Das Positionspapier arbeitet zudem heraus, dass Frauen in doppelter Hinsicht von Demenz betroffen sind: als Erkrankte sowie als Pflegende. Etwa 65 Prozent der an Demenz erkrankten Personen sind weiblich. Ein Grund hierfür ist unter anderem ihre höhere Lebenserwartung. Nach Schätzungen sind unter den pflegenden Angehörigen rund zwei Drittel Frauen: Meist die Partnerinnen, Töchter oder Schwiegertöchter. Diese Verantwortung geht meist mit erheblichen körperlichen, psychischen und finanziellen Belastungen einher. Pflegearbeit wird vielfach neben Erwerbsarbeit geleistet oder führt zu deren Reduzierung – mit langfristigen Folgen für Einkommen und Alterssicherung. Das Positionspapier macht deutlich, dass eine Demenzstrategie geschlechtersensibel ausgestaltet sein muss, um diesen strukturellen Ungleichheiten wirksam zu begegnen.